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Adveniat-Kollekte an Heiligabend und dem ersten Weihnachtstag

Adveniat verhilft Frauen in Nicaragua zu einer Ausbildung

Doris Huber, österreichische Theologin, unterstützt Gewaltopfer in Nicaragua. Die Gründerin von „Miriam“ stellte in Schulen und Kirchen im Bistum Münster ihre Arbeit vor. Adveniat fördert das Projekt. 

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Friseurin, Schneiderin, Konditorin – drei Ausbildungen, die das „Miriam-Bildungsprojekt“ jungen Frauen in Nicaragua anbietet. Die Absolventinnen sind arm, stammen vom Land und haben in ihren Familien Gewalt erfahren. In den letzten fünf Jahren wurden 90 Frauen mit Berufsstipendien gefördert, sagt die österreichische Theologin Doris Huber. „Fast 90 Prozent von ihnen gingen danach mit Erfolg in die Selbstständigkeit.“ Huber hat „Miriam“ 1989 gegründet. Sie hielt sich auf Einladung von Adveniat drei Tage lang im Bistum Münster auf.

Das Hilfswerk hat 2017 die Stipendien zur Berufsausbildung mit 18 000 Euro gefördert. Im Bistum Münster hat Huber ihre Arbeit den Schülerinnen und Schülern des St.-Antonius-Gymnasiums Lüdinghausen und in der Pfarrei St. Franziskus Marl-Hüls vorgestellt. Die Theologin hat sich zudem mit Mitgliedern der Katholischen Frauengemeinschaft, der Christlichen Initiative Romero und der Bischöflichen Frauenkommission getroffen. Und sie hat mit Adveniat-Referent Heiner Ganser-Kerperin einen Dialog-Impuls zu Frauenrechten in der Petrikirche in Münster gehalten. 

Bildung und Frauenrechte

Doris Huber ist die Gründerin des Projekts „Miriam“. | Foto: Karin Weglage
Doris Huber ist die Gründerin des Projekts „Miriam“. | Foto: Karin Weglage

„Miriam“ stehe auf drei Säulen, erläuterte die 60-Jährige im „Kirche+Leben“-Gespräch. „Wir wollen die Rechte von Frauen, Kindern und Jugendlichen in dem mittelamerikanischen Land durchsetzen. Wir ermöglichen Universitäts-Stipendien für sozial engagierte Frauen, die zu Anwältinnen, Juristinnen und Psychologinnen werden. Und wir bieten Gewaltopfern eine Berufsausbildung.“

Von 1987 bis 1993 hat Huber zunächst mit ihrem Mann, einem Theologen, in Nicaragua als Entwicklungshelferin in kirchlichen Basisgemeinden gearbeitet. Bald wurde sie der besonders schwierigen Situation der Frauen im Land gewahr. Das habe sie zur Gründung von „Miriam“ motiviert. „Den Verein habe ich bewusst nach der starken Prophetin aus der Bibel benannt“, sagt sie. Seitdem arbeitet sie abwechselnd in Österreich und Nicaragua. 

Kirche vermittelt zwischen Regierung und Opposition

„Wissen, Bewusstseinsbildung und die Kenntnis ihrer Rechte sind Voraussetzungen dafür, dass Frauen eine eigene Lebensperspektive entwickeln können“, sagt Huber. Insbesondere diese Erkenntnis habe die Schüler des St.-Antonius-Gymnasiums Lüdinghausen beeindruckt. Angesprochen auf die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage und die gewalttätigen Auseinandersetzungen und Repressionen in Nicaragua unter der Regierung von Präsident Daniel Ortega ist Huber zurückhaltend. 

Sie hoffe auf die positive Rolle der katholischen Kirche im Land. „Die Bischöfe haben eine gute Position in der Gesellschaft und bieten sich als Vermittler zwischen der Regierung und der breiten Oppositionsbewegung an“, sagt sie. Ziel sei, die Konflikte durch Dialog zu lösen.

Die Arbeit von „Miriam“ sieht Huber aber nicht gefährdet. „Wir sind ein Sozial- und Bildungsprojekt und mischen uns nicht in die Politik ein. Es geht uns um die 1300 Frauen, Kinder und Jugendliche, die wir betreuen.“

Am Heiligen Abend und am Ersten Weihnachtstag wird in den Gottesdiensten für Adveniat gesammelt. Spenden sind möglich auf das Konto: IBAN DE03 3606 0295 0000 0173 45 bei der Bank im Bistum Essen, BIC: GENODED1BBE

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