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Sandkrug bei Oldenburg: Vorgängerturm musste abgerissen werden

Auch Nicht-Katholiken wollen neuen Kirchturm in Diaspora-Ort

In Sandkrug bei Oldenburg sind die Katholiken in der Minderheit. Als der Kirchturm von St. Ansgar wegen Käferbefalls abgerissen werden musste, war die Trauer groß. Doch jetzt setzen sich alle in dem Ort für einen neuen Turm ein. Auch der Bürgermeister.

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Der erste Schock ist vorbei. Jetzt denken alle nach, wie sie ihn wiederbekommen: den Kirchturm von St. Ansgar Sandkrug bei Oldenburg.

Angela Martin etwa. Sie sagt es so: „Da ist jetzt nur noch ein riesiges Loch.“ Die Küsterin von St. Ansgar kommt morgens um acht und abends um acht daran vorbei, immer, wenn sie die Kirche auf- oder zuschließt. Bis zum 23. Juli stand da der Kirchturm, an diesem Tag aber wurde er abgerissen. Angela Martin stand daneben. Bis nur noch die Fundamente des Kirchturms blieben, der seit 1966 neben der Kirche stand.

Die Küsterin leidet besonders

Angela Martin ist Küsterin in vier Kirchen der Pfarrgemeinde St. Josef Oldenburg. Aber die Filialkirche St. Ansgar liegt ihr besonders am Herzen. Weil es ihre Heimatgemeinde ist, weil sie aus Sandkrug stammt, was eine Seltenheit ist in dem Pendlerort am Stadtrand von Oldenburg. Deshalb hofft sie, dass ein neuer Kirchturm gebaut wird.

Das hofft Christoph Sibbel auch. Der Pfarrer der Gemeinde St. Josef Oldenburg hat schon lange mit Sorge auf den Turm von St. Ansgar geschaut. Der war aus Holz gebaut. Jahrzehnte spielte das keine große Rolle. Bis sich mit der Zeit „Verwitterungsschäden“ zeigten, wie Pfarrer Sibbel berichtet. Möglicherweise sei der Turm vor 30 Jahren einmal mit einer Farbe gestrichen worden, die „wasserabweisend, aber nicht luftdurchlässig“ gewesen sei. Die Folge: „Das Holz begann von innen nach außen zu verrotten.“ Nach einer Prüfung durch Fachleute informierte Sibbel die staatliche Bauaufsicht; die ordnete einen „kurzfristigen Abriss“ an.

Woher die Mittel nehmen?

In der Gemeinde sei natürlich sofort die Frage aufgekommen, ob es einen neuen Kirchturm geben werde. Der dann auch am Dienstagmorgen und am Samstagabend zu den beiden Gottesdiensten läutet, die hier noch gefeiert werden.

Der Kirchenausschuss von St. Josef, das entscheidende Gremium für Finanzen und Gebäude der Gemeinde, habe sich inzwischen für einen neuen Turm ausgesprochen, berichtet Sibbel. Die Frage sei nur, „wo und wie sich die finanziellen Mittel dafür finden lassen.“ Auch die Höhe der Kosten sei unklar.

Der Bürgermeister will helfen

Mit Finanzen bei öffentlichen Bauten kennt sich einer besonders gut aus: Christian Pundt, parteiloser Bürgermeister der Gemeinde Hatten. Sandkrug ist ein Ortsteil dieser 14.000-Einwohner-Kommune. Pundt hatte Pfarrer Sibbel schon bei den ersten Sorgen um den Kirchturm Hilfe angeboten.
Der Bürgermeister denkt an Mittel aus dem „Dorferneuerungsprogramm“, in das öffentliche Mittel aus Bund und Land und aus der EU einfließen. Er könne mit seiner Verwaltung da helfen. Oft sei so ein Drittel der möglichen Kosten zu bekommen.

Pundt appelliert an die Kirche, auch Eigenmittel einzusetzen. Gerade „in ihrer momentan schwierigen Lage angesichts der vielen Austritte“ dürfe sie sich nicht zurückhalten. Den Kirchturm nicht wieder aufzubauen, sei „eindeutig ein falsches Signal“, sagt Pundt.

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