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Künstler schuf hunderte sakrale Werke

Ausstellung über Bildhauer Joseph Krautwald in Emmerich

Mehr als 300 Kreuzwege, 45 Kirchen-Portale, 40 Kirchen-Innenräume, unzählige Grabmäler, Bildstöcke und Kreuze hat er geschaffen: Dem Künstler Joseph Krautwald ist jetzt im Emmericher Rheinmuseum eine Retrospektive gewidmet.

 

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Wer sich für sakrale Skulpturen interessiert, dem sind mit großer Wahrscheinlichkeit schon Werke des Bildhauers Joseph Krautwald begegnet. Gut sieben Jahrzehnte wirkte der in Schlesien geborene Künstler, kreierte mehr als 300 Kreuzwege, 45 Kirchen-Portale, 40 Kirchen-Innenräume, unzählige Grabmäler, Bildstöcke und Kreuze. Dem umfänglichen Lebenswerk Krautwalds (1914 - 2003) ist eine Ausstellung im Emmericher Rheinmuseum gewidmet, die noch bis zum zweiten Weihnachtstag besichtigt werden kann

„Der Künstler Joseph Krautwald – Prediger mit Hammer und Meißel“, lautet der Titel der Ausstellung, die von Hubert Meenen und Dieter Roos organisiert wurde. Die Vorbereitung der Ausstellung war keine einfache Aufgabe. Die Zahl der Kunstwerke ist kaum zu überblicken. Eine vollständige Werksdokumentation gibt es nicht. Viele Werke sind in Privatbesitz oder aufgrund ihres Gewichts und Standorts nicht transportabel

Bildstöcke und Kreuze

Dennoch haben Meenen und Roos in Zusammenarbeit mit dem Emmericher Geschichtsverein als Träger des Rheinmuseums eine Ausstellung auf die Beine gestellt, die das umfangreiche Wirken Krautwalds erahnen lässt.

Die Ausstellung im Emmericher Rheinmuseum, Martinikirchgang 2, ist dienstags, mittwochs, donnerstags und sonntags von 10 bis 12.30 Uhr und 14 bis 16.30 Uhr geöffnet. Nach dem 15. Dezember geht das Rheinmuseum, das ehrenamtlich betrieben wird, in die Winterpause. Am 26. Dezember gibt es einen zusätzlichen Besichtigungstag.

Ausgestellt sind Skulpturen wie die „Begegnung Maria und Elisabeth“, „Drei Könige“ oder der „Sonnengesang des heiligen Franziskus“ – Werke, die den sakralen Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit Krautwalds bezeugen. Herbert Kleipaß, Museumsleiter und Vorsitzender des Emmericher Geschichtsvereins, sagt, dass schätzungsweise 80 Prozent der Werke Krautwalds sich sakraler Motive bedienen.

Enge Verbindung zu Emmerich

Regelmäßig hat der in Rheine sesshafte Krautwald beispielsweise für die Gemeinde des Emmericher Ortsteiles Hüthum gewirkt, weswegen der Ausstellungsort Emmerich auch nicht zufällig gewählt ist. „Krautwald kannte den dortigen Pfarrer Paul Duhr – Gott hab‘ ihn selig – sehr gut und hat deswegen viele Aufträge aus Hüthum erhalten“, erklärt Museumsleiter Herbert Kleipaß die Hintergründe.

So schuf Krautwald die schwere Bronze-Pforte der Hüthumer St.-Georg-Pfarrkirche, welche Marienmotive zeigt. Ebenso eine Pietà, die Maria als Trauernde nach dem Tode Jesu darstellt, oder den 15 Stationen umfassenden Kreuzweg der Gemeinde. Teil der Emmericher Ausstellung sind vier Grabsteine vom Hüthumer Friedhof, die im Garten des Rheinmuseums besichtigt werden können.

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