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Thema: Gesundheit am Arbeitstag

Diözesantag der Mitarbeitervertretungen: 600 Teilnehmer

Es war eine Rekordbeteiligung: Fast 600 Mitarbeiter haben am Donnerstag am Begegnungstag der Diözesanen Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen teilgenommen.

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Es war eine Rekordbeteiligung: Fast 600 Mitarbeiter in kirchlichen Mitarbeitervertretungen haben am Donnerstag (01.09.2016) am Begegnungstag 2016 der Diözesanen Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen (DiAG-MAV) in Stroetmanns Fabrik in Emsdetten teilgenommen. Unter der Überschrift „Wie geht’s uns denn heute?“ stand das Themenfeld Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung im Mittelpunkt, berichtet die Bischöfliche Pressestelle Münster.

Im Auftaktgottesdienst in der Pankratiuskirche dankte Bischof Felix Genn für den Einsatz und das Engagement der Mitarbeitervertreter: „Was Sie tun, zusätzlich zu Ihrer Arbeit, mit all Ihrer Kraft und Kompetenz, dafür kann ich nur Vergelt’s Gott sagen.“ Später predigte der Bischof über das Bibelwort „Alles gehört Euch, Ihr aber gehört Christus“. Genn interpretierte, dies sei entlastend, wenn man sich klar mache, was der größere Horizont des eigenen Handelns sei: Der christliche Glaube. „Die Beziehung zu Jesus ist das Entscheidende, sie ist das, was uns zusammen hält.“ Christen seien auch am Arbeitsplatz aufgerufen, sich zu fragen, was das Wort Gottes zur eigenen Situation und Aufgabe sage. Eine solche Haltung habe viel mit den Themen des Tages zu tun, wenn etwa von Selbstfürsorge die Rede sei.

Belastende Veränderungen

Stefan Bug von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen gratulierte zur großen Resonanz und betonte, ein solcher Informations- und Begegnungstag sei wichtig und bundesweit beispielhaft. Das Thema sei gut gesetzt: „Mitarbeitervertreter bekommen am ehesten mit, was Kolleginnen und Kollegen krank macht“, hob Bug hervor. Er drückte die Hoffnung aus, der Tag möge dazu beitragen, dass den Mitarbeitervertretungen künftig ein Zustimmungsrecht eingeräumt werde, wenn ein Dienstgeber grundsätzliche Veränderungen von Arbeitsabläufen anstrebe. Dies belaste häufig enorm.

Das Hauptreferat über „Möglichkeiten und Grenzen betrieblicher Gesundheitsförderung“ hielt Dr. Gregor Breucker vom Dachverband der Betriebskrankenkassen in Berlin. Er sprach über Gesundheit und Krankheit in Deutschland und wies darauf hin, dass viele Menschen sich „an das schöne, ungesunde Leben“ mit Rauchen, Bewegungsmangel, ungesunder Ernährung oder zu hohem Alkoholkonsum gewöhnt hätten. Zum „Immer schneller, immer höher, immer weiter“ habe sich ein „Immer online“ gesellt. Ein „krank machender Stress“ habe sich ausgebreitet, es käme zu Burnout-Spiralen, wegen Termin- und Leistungsdruck ließen immer mehr Menschen Pausen ausfallen. Die deutlich gewachsene, psychische Belastung vieler Arbeitnehmer spiegele sich auch in den Krankschreibungen wider.

Gesundheitsförderliche Strukturen

Angesichts solcher Entwicklungen biete es sich an, Maßnahmen betrieblicher Gesundheitsförderung zu ergreifen, empfahl Breucker. Als Beispiel beschrieb er ein Projekt Arbeitsbewältigungs-Coaching, das zu Denk- und Handlungsanstößen für Mitarbeiter und Betrieb führen könne. Flankiert werden müssten derartige Ansätze, indem in Betriebsvereinbarungen gesundheitsförderliche Strukturen geschaffen würden. Dies könnten beispielweise Vereinbarungen zu Führung und Kommunikation, zu Arbeitszeit und Fortbildung oder zum Gesundheitsmanagement sein. Weitere Informationen zu vielen Facetten des Themenfeldes erhielten die Teilnehmer in insgesamt 13 Workshops.

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