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Papst Franziskus und Bischof Bätzing trauern um Opfer

Explosionen in Beirut gefährden Versorgung von Millionen Flüchtlingen

Die Explosionen im Hafen von Beirut sorgen international für Bestürzung. Franziskus rief zum Gebet und zur Hilfe für Opfer und Angehörige auf. Das Hilfswerk Misereor sorgte sich um die Versorgung der Menschen und Flüchtlinge im Land.

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Die Explosionen im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut mit mindestens 100 Toten und mehr als 4.000 Verletzten sorgen international für Bestürzung. Franziskus rief zum Gebet und zur Hilfe für Opfer und Angehörige auf. Alle politischen, religiösen und gesellschaftlichen Verantwortungsträger müssten sich an der Bewältigung „dieser tragischen und schmerzhaften Situation“ beteiligen, sagte der Papst bei seiner Generalaudienz.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, zeigte sich „erschrocken und erschüttert“ von der Nachricht. Er hoffe, dass das Patriarchat und seine Einrichtungen nicht im Übermaß von der Katastrophe betroffen seien, schrieb der Limburger Bischof in seinem Kondolenzbrief an den maronitischen Patriarchen Kardinal Bechara Rai.

Misereor: Mit dem Hafen fehlt eine wichtige Versorgung

Der Patriarch dankte laut Bericht der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA den zahlreichen Ländern, die dem Land „ohne politische Rücksichtnahme“ sofortige Hilfe angeboten haben. Um den Libanon aus der aktuellen Krise zu retten, brauche es eine internationale Intervention.

Das katholische Hilfswerk Misereor warnte vor einer Zuspitzung der Krise im Libanon. Mit der Zerstörung des Hafens falle eine wichtige Versorgungslinie für die Bevölkerung und Millionen Flüchtlinge im Land weg. Schon vor der Katastrophe sei es oft nur um die Ausstattung mit dem Nötigsten gegangen. Gemeinsam mit Syrien war der Libanon Beispielland der Misereor-Fastenaktion 2020.

Malteser helfen medizinisch

Die Malteser wiesen auf die schlechte medizinische Versorgung im Land hin. Sie leisten nach eigenen Angaben bereits seit sechs Jahren humanitäre Hilfe im Libanon und betreiben unter anderem mobile Gesundheitsstationen für syrische Flüchtlinge nahe der Grenze. Diese Einrichtungen sollen nun in Beirut eingesetzt werden. Für die Versorgung der Verletzten fehle es an Medikamenten, technischem Gerät und Platz in den Krankenhäusern.

Das Hilfswerk „Kirche in Not“ betonte, gerade die Kirche im konfessionell diversen Libanon habe viel zur Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Irak und Syrien geleistet.

Schäden an evangelischen Einrichtungen

Bei den Explosionen wurden auch die Evangelische Nationalkirche in Beirut und die benachbarte Theologischen Hochschule stark beschädigt. „Sämtliche Fenster, auch die kostbaren Glasfenster der Kirche, wurden zerstört, einige Decken sind eingestürzt“, heißt es in einer Mitteilung der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS) mit Sitz in Stuttgart.

Angaben zu Verwundeten unter den Angehörigen der Einrichtung könnten noch nicht gemacht werden. Habib Badr, Leitender Pfarrer der Kirche und Vizepräsident der EMS, beschrieb das Ausmaß der Zerstörung als „unglaublich“.

Ursache der Katastrophe

Die Pfarrei liegt direkt am Parlamentsgebäude, die benachbarte „Near East School of Theology“ ist laut EMS die wichtigste theologische Ausbildungsstätte der evangelischen Kirchen im Nahen Osten.

Die Ursache der Explosionen in Beirut ist bisher unklar. Medien berichten, 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat in einer ungesicherten Lagerhalle im Hafen sollen Feuer gefangen haben und explodiert sein.

Update 16.15 Uhr: Hilfe der Malteser ergänzt.

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