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Rechtpopulistische Partei beendet Projekt nach Protesten

Katholische Kirche kritisiert AfD-Malbuch

Antonius Hamers, Leiter des katholischen Büros NRW, kritisiert ein von der AfD in NRW herausgegebenes Malbuch. Am Nachmittag ruderte die Partei zurück: Das Projekt werde sofort beendet, erklärte Fraktionschef Markus Wagner.

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Vertreter der katholischen Kirche kritisieren ein von der nordrhein-westfälischen AfD herausgegebenes Malbuch. Die Zeichnungen trügen nicht dazu bei, gegenseitigen Respekt bei kulturellen Unterschieden zu fördern, sondern wollten die Gesellschaft spalten, sagte der Leiter des Katholischen Büros Düsseldorf, Antonius Hamers, dem Kölner Domradio.

Die nordrhein-westfälische AfD-Landtagsfraktion hatte bei einer Veranstaltung in Krefeld ein Buch für Kinder mit dem Titel „Nordrhein-Westfalen zum Ausmalen“ ausgelegt. Eine Zeichnung zeigt unter dem Banner „Wir baden das aus“ Vollverschleierte in einem Schwimmbad und stilisierte Afrikaner, die badende Frauen belästigen. Zudem wird ein Messer ins Bild gehalten.

Medien: Der Staatsschutz ermittelt

SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty nannte das Buch in einem Tweet „rassistisch“. Medienberichten zufolge ermittelt der Staatsschutz wegen Volksverhetzung. AfD-Fraktionschef Markus Wagner verteidigt das Malbuch. Es handele sich um einen „Kunstband mit satirischen Skizzen zur Lage des Landes“, schreibt er in einer Pressemitteilung.

„Ob das jetzt Satire ist, das mag dahingestellt sein“, sagte Hamers. „Aber ich finde, dass so etwas nicht hilfreich ist und nicht vereinbar mit dem grundsätzlichen Auftrag, den politischen Verantwortungsträger in diesem Land haben.“

Auch Aachener Dompropst empört

Scharfe Kritik übte auch der Aachener Dompropst Rolf-Peter Cremer: „Ein solches Malbuch ist schon diskriminierend für die Hand von Erwachsenen. Welche abscheulichen Ziele stecken wohl dahinter, wenn Kinder die Zielgruppe sind?“

UPDATE: AfD rudert zurück
Nach Kritik an rassistischen Inhalten in einem AfD-Malbuch ist die Partei am Nachmittag zurückgerudert. Das Buch sei „leider verfrüht veröffentlicht worden“, teilte die NRW-Fraktion der AfD, die das Buch in Auftrag gegeben hatte, in Düsseldorf mit. Die mit der Realisierung beauftragte Projektgruppe sei „über das Ziel hinaus gegangen“ und der Druckauftrag sei voreilig erteilt worden.
„Meine gestern getroffene Einschätzung war ein Fehler“, sagte Fraktionschef Markus Wagner. „Das Buch hätte in dieser Form nicht erscheinen dürfen.“ Das Projekt werde „sofort und ersatzlos beendet“. Am Dienstag hatte Wagner noch angekündigt, die Auflage des Malbuchs erhöhen zu wollen. „Da haben wir wieder einen Treffer gelandet“, hatte er erklärt und sich dabei auf die Kunst- und Satirefreiheit berufen. | 19.02.2020, 17:10 (epd)

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