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Kardinal begleitete Öffnung gegenüber dem Ostblock

Langjähriger Vatikan-Außenminister Silvestrini gestorben

Der langjährige vatikanische Außenminister Achille Silvestrini ist am Donnerstag mit 95 Jahren gestorben. Er begleitete die Öffnung gegenüber dem Ostblock und vermittelte etwa in Nicaragua sowie in der Falklandkrise.

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Der italienische Kardinal und langjährige vatikanische Außenminister Achille Silvestrini ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 95 Jahren, wie die von ihm gegründete Studienstiftung „Villa Nazareth“ in Rom auf Anfrage bestätigte. Silvestrini war der fünftälteste der 216 Kardinäle der katholischen Weltkirche.

Von 1971 bis 1988 bestimmte der Norditaliener die diplomatische Linie des Heiligen Stuhls. Bis zuletzt war er Vorsitzender der Studienstiftung „Villa Nazareth“ mit einem eigenen Kolleg in Rom sowie der mit ihr verbundenen Ehemaligen-Vereinigung, die nach Silvestrinis erstem Chef im vatikanischen Staatssekretariat, Kardinal Domenico Tardini (1888-1961), benannt ist.

Mit 30 in den diplomatischen Dienst

Der am 25. Oktober 1923 in Brisighella bei Ravenna geborene Silvestrini studierte Geisteswissenschaften in Bologna und schloss an seine Priesterweihe ein Jurastudium sowie eine Diplomatenausbildung an. Seit 1953 im diplomatischen Dienst des Vatikan, half er das Verhältnis zu den noch jungen kommunistischen Staaten Südostasiens zu gestalten; später befasste er sich im Rahmen seiner Zuständigkeit für internationale Organisationen mit den Themen Frieden, Abrüstung und Menschenrechten.

In den 1970er Jahren begleitete er die Politik der Öffnung gegenüber dem Ostblock und vertrat den Heiligen Stuhl bei der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa sowie Konferenzen zur friedlichen Nutzung von Atomkraft und zum Atomwaffensperrvertrag.

Vermittler bei Revolution in Nicaragua

Papst Johannes Paul II. (1978-2005) ernannte Silvestrini 1979, kurz nach Beginn seines Pontifikats, zum Außenamtsleiter im Staatssekretariat. In dieser Rolle war Silvestrini unter anderem an der Revision der Lateranverträge zwischen dem Vatikanstaat und Italien beteiligt, aber auch an Vermittlungen in der Falklandkrise und während der Revolution in Nicaragua.

1988 zum Kardinal erhoben, leitete der Jurist zunächst den Obersten Gerichtshof des Vatikan. 1991 wechselte er an die Spitze der Ostkirchenkongregation; dieses Amt bekleidete er bis 2000. Mit Erreichen der Altersgrenze von 80 Jahren schied er 2003 aus dem Kreis der Papstwähler aus.

Noch 118 Kardinäle für Papstwahl berechtigt

Theologisch wurde Silvestrini einem liberalen, reformoffenen Flügel des Kardinalskollegiums zugerechnet. Zugleich war er 2002 Mitglied einer Kommission, die unter Leitung des damaligen Glaubenspräfekten Kardinal Joseph Ratzinger die Exkommunikation der Beteiligten an einer versuchten Priesterweihe von Frauen begründete.

Mit dem Tod Silvestrinis gehören dem Kardinalskollegium noch 215 Mitglieder an. Von ihnen sind 118 jünger als 80 Jahre und dürften somit an einer Papstwahl in einem Konklave teilnehmen.

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