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Präsident in Belarus: Werde dem „nicht mit Gleichgültigkeit“ gegenüberstehen

Lukaschenko warnt Kirchen vor Unterstützung der Opposition

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko kritisiert die kirchliche Unterstützung für die Demokratiebewegung in dem Land und droht Sanktionen an. Der Staat werde dem „nicht mit Gleichgültigkeit“ gegenüberstehen.

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Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko kritisiert die kirchliche Unterstützung für die Demokratiebewegung in dem Land und droht Sanktionen an. „Mich erstaunt der Standpunkt unserer Konfessionen“, sagte er bei einer Rede in Grodno laut eigener Internetseite. Geistliche sollten nicht für Oppositionelle das Wort ergreifen.

Der Staat werde dem „nicht mit Gleichgültigkeit“ gegenüberstehen, so Lukaschenko. Die Betreffenden sollten sich schämen. Politik sei in Kirchen fehl am Platz. In ihnen sollten die Menschen beten, so wie es immer gewesen sei.

Erzbischof trifft Innenminister

Besonders die katholische Kirche hatte sich zuletzt hinter die Menschen gestellt, die gegen eine vermutete Fälschung der Präsidentenwahl zugunsten von Lukaschenko und gegen Polizeigewalt demonstrierten. Die Mehrheit der 9,5 Millionen Belarussen sind orthodoxe Christen; etwa 15 Prozent sind katholisch.

Der Minsker Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz kritisierte bei einem Gespräch mit Innenminister Juri Karajew brutale Übergriffe der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten. Die katholische Kirche verteidige immer die Schwachen und spreche für jene, denen die Stimme genommen werde, betonte er. Daher könne sie nicht ignorieren, was jetzt die Zivilgesellschaft in Belarus erleben müsse.

Seelsorger dürfen Inhaftierte nicht besuchen

Der Erzbischof und Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz verlangte die sofortige Freilassung der verhafteten Anhänger der belarussischen Demokratiebewegung. Laut dem Innenminister wurden gegen 46 Bürger Strafverfahren wegen Gewalt gegen Polizeibeamte eingeleitet. Die meisten von ihnen seien inzwischen freigelassen worden.

Weiteres Thema des Treffens war, dass die Behörden katholischen Geistlichen bislang Besuche bei Inhaftierten verwehren. Auch Kondrusiewicz selbst war der Zutritt zu einem Gefängnis in Minsk verweigert worden, in dem Regierungskritiker nach eigenen Angaben gefoltert wurden. Innenminister Karajew sagte laut Kirchenangaben zu, eine seelsorgliche Betreuung von Inhaftierten zu prüfen.

Die Proteste in Belarus

Bei Massenprotesten nach der Präsidentenwahl vom 9. August waren mindestens zwei Demonstranten von Polizisten getötet und zahlreiche verletzt worden. Menschenrechtsaktivisten machen die Behörden für den Tod von mindestens vier Regierungskritikern verantwortlich. Die EU erkennt das offizielle Wahlergebnis, wonach Lukaschenko mit 80 Prozent der Stimmen gewann, nicht an. Die Wahl sei weder frei noch fair gewesen.

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