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Früherer Statthalter ignoriert Vatikan-Bitte

Malteser: Auch der frühere Großmeister Festing kommt zur Wahl

Matthew Festing, ehemaliger Großmeister des Malteserordens, ist entgegen einer Bitte des Vatikan offenbar doch beim in Rom tagenden Großen Staatsrat des Ordens erschienen.

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Der ehemalige Großmeister des Malteserordens, Matthew Festing, ist entgegen einer Bitte des Vatikan offenbar doch beim derzeit in Rom tagenden Großen Staatsrat des Ordens erschienen.Fotos zeigten ihn am Samstag auf dem Weg zu der Zusammenkunft auf dem römischen Aventin-Hügel. Der Rat wählt einen neuen Statthalter für die Übergangszeit von einem Jahr. Er soll die Malteser bis zum Abschluss der Reformen innerhalb des Ordens und bis zur endgültigen Wahl eines neuen Großmeisters leiten.

Erzbischof Giovanni Angelo Becciu, von Papst Franziskus berufener Bevollmächtigter für den Orden, hatte den zurückgetretenen Ex-Großmeister im April gebeten, der Wahl fernzubleiben. Hintergrund des Streits war die von Festing initiierte Entlassung des deutschen Großkanzlers Albrecht von Boeselager. Diesem wurde vorgeworfen, unter anderem die Verteilung von Kondomen in Hilfsprojekten gebilligt und damit gegen die katholische Lehre verstoßen zu haben. Boeselager ist mittlerweile wieder im Amt. Festing trat auf Bitte von Papst Franziskus als Großmeister zurück.

Auch US-Kardinal Burke beim Malteser-Treffen

Die aktuellen Fotos zeigen, dass auch der amerikanische Kardinal Raymond Leo Burke an dem Treffen teilnimmt. Er gehört zu den prominentesten Kritikern von Papst Franziskus. Allerdings ist unklar, welche Rolle Burke im jüngsten Machtkampf an der Spitze des Malteserordens gespielt hat und ob er aktiv an der Absetzung von Boeselagers beteiligt war.

Burke ist Kardinalpatron der Malteser und damit Verbindungsmann zwischen Papst und Orden. Seitdem der Papst Erzbischof Becciu zum Bevollmächtigten ernannt hatte, war Burke aber kaum noch in der Öffentlichkeit aufgetreten im Zusammenhang mit Angelegenheiten des Ordens.

Rund 13.000 Mitglieder

Der Malteser-Ritterorden wurde im 11. Jahrhundert gegründet und hatte von 1530 bis 1798 auf der Insel Malta einen eigenen Staat. Heute gehören ihm rund 13.000 Mitglieder an, die in 19 nationalen Assoziationen organisiert sind und zahlreiche humanitäre Hilfswerke betreiben.

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