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Zweite Station der Asien-Reise

Papst erreicht Bangladesch – und ruft zu Hilfe für Rohingya auf

Papst Franziskus hat am Donnerstag Bangladesch erreicht. Dort setzt er die Asien-Reise fort, die er in Myanmar begonnen hatte. Er rief zu Hilfen für die aus Myanmar geflohenen Rohingya auf.

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Franziskus hat in Bangladesch Unterstützung für das Land gefordert, das viele aus dem Nachbarland Myanmar geflohene Rohingya aufgenommen hat. Die Weltgemeinschaft müsse „entscheidende Maßnahmen im Hinblick auf diese ernste Krise“ ergreifen. Es gehe auch um finanzielle Hilfe, sagte der Papst am Donnerstag vor Politikern und Diplomaten. Er verwendete, wie zuvor in Myanmar, nicht die Bezeichnung Rohingya, sprach aber von „Flüchtlingen aus dem Rakhine-Staat“, was dasselbe meint.

Zuvor war Präsident Abdul Hamid auf die Lage der Rohingya eingegangen. Tausende, auch Kinder, seien bei den „ruchlosen Gräueltaten“ der myanmarischen Armee getötet, tausende Frauen vergewaltigt worden. Der Papst nehme dazu eine lobenswerte Haltung ein, indem er sich für die vollen Rechte der muslimischen Minderheit einsetze.

Franziskus dankte Bangladesch für „Großzügigkeit und Solidarität“ gegenüber den Rohingya. Der Papst setzt in dem Land seine Asien-Reise fort, die er in Myanmar begonnen hatte. Ein Besuch in einem Flüchtlingslager oder ein eigenes Treffen mit Rohingya ist im offiziellen Programm nicht vorgesehen. Vertreter der Minderheit sollen jedoch an einer interreligiösen Begegnung am Freitag teilnehmen. Mit Blick auf die Katholiken – im muslimischen Bangladesch eine Minderheit von 0,24 Prozent – dankte der Papst für die Freiheit, den eigenen Glauben leben zu können.

Etappe in Myanmar beendet

Die Reise-Etappe in Myanmar hatte Franziskus am Morgen mit einer Messe beendet. Dabei stärkte er besonders den katholischen Jugendlichen den Rücken. Sie seien „Zeichen des Glaubens an Jesus Christus“. Das Evangelium wachse „immer aus kleinen Wurzeln“, sagte der Papst in der Marienkathedrale von Rangun. Myanmar ist buddhistisch geprägt.

Franziskus bat die Jugendlichen, ihren Glauben zu bezeugen und sich in der Gesellschaft zu engagieren. „Ich will, dass ihr ruft! Nicht mit dem Mund, sondern mit eurem Leben, mit dem Herzen, sodass ihr Zeichen der Hoffnung seid für die Mutlosen, eine ausgestreckte Hand für den, der krank ist, ein einladendes Lächeln für den, der fremd ist, eine Stütze für den, der allein ist.“

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