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„Das war kein Versprecher“

Papst Franziskus hält an umstrittenem KZ-Vergleich fest

Der Vergleich von Flüchtlingscamps mit KZs war nach Angaben von Papst Franziskus kein Versprecher gewesen. Das sagte der Papst auf seinem Rückflug von Ägypten auf die Frage eines deutschen Journalisten.

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Papst Franziskus hält an seinem umstrittenen Vergleich von europäischen Flüchtlingscamps mit Konzentrationslagern fest. „Das war kein lapsus linguae (Versprecher). Es gibt Flüchtlingslager, die wahrhafte Konzentrationslager sind. Einige sind vielleicht in Italien, einige in anderen Gegenden, in Deutschland sicher nicht“, sagte der Papst während seines Rückflugs von Ägypten nach Rom. Er antwortete damit auf die Frage eines deutschen Journalisten, wie sein KZ-Vergleich vor einer Woche zu verstehen sei.

Franziskus hatte Flüchtlingscamps mit Konzentrationslagern verglichen. Dafür war er unter anderem vom Amerikanischen Jewish Committee kritisiert worden. Das Internationale Auschwitz-Komitee hingegen bezeichnete den Vergleich als legitim.

Flüchtlings-Aufnahmezentrum auf Lesbos erwähnt

Viele Flüchtlingscamps seien wie „Konzentrationslager, durch die Menge der Menschen, die sie dort drinnen lassen“, sagte er am 22. April anlässlich eines Gottesdienstes für die Märtyrer des 20. und 21. Jahrhunderts. Namentlich nannte Franziskus das Aufnahmezentrum auf der griechischen Insel Lesbos, das er im April 2016 besucht hatte. Zugleich kritisierte er offenbar mit Blick auf die EU-Flüchtlingspolitik, dass internationale Abkommen oft wichtiger seien als Menschenrechte.

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