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Beobachter rechnen mit Veröffentlichung einer Enzyklika im Oktober

Papst-Schreiben zur Weltordnung nach Corona erwartet

Papst Franziskus plant offenbar ein Grundsatzdokument für eine globale Neuorientierung nach der Corona-Pandemie. Nach Informationen von Vatikan-Korrespondenten wird das Schreiben Anfang Oktober veröffentlicht.

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Papst Franziskus plant offenbar ein Grundsatzdokument für eine globale Neuorientierung nach der Corona-Pandemie. Nach Informationen der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) und Berichten internationaler Vatikan-Korrespondenten wird das Schreiben Anfang Oktober veröffentlicht. Es wäre die dritte Enzyklika des seit 2013 amtierenden Oberhaupts der katholischen Kirche.

Zudem erwarten Beobachter, dass Franziskus sich an die Generalversammlung der Vereinten Nationen wendet, die am 15. September als Videokonferenz beginnt. Die UN werden 75 Jahre alt.

Es wäre die erste Enzyklika seit fünf Jahren

Der Text der Enzyklika wurde offenbar vor der Sommerpause abgeschlossen; Übersetzungen sollen in Arbeit sein. Denkbar als Publikationsdatum wäre der 4. Oktober, das Fest des heiligen Franz von Assisi.

Beobachtern zufolge dürfte das erste große päpstliche Lehrschreiben seit fünf Jahren zu einem sozialen und wirtschaftlichen Umdenken aufrufen, für Multilateralismus werben, die Rechte der Schwachen einklagen und zu ökologischer Nachhaltigkeit beim Neustart nach der Krise mahnen. Damit schriebe Franziskus die Linie der Sozialenzyklika „Laudato si“ von 2015 fort.

Zwei Anknüpfungspunkte

Eine andere Anknüpfung böte das Dokument über die „Brüderlichkeit aller Menschen“, das der Papst 2019 in Abu Dhabi mit dem Kairoer Großimam Ahmad al-Tayyeb veröffentlichte. Auch dort geht es um vorbehaltlose Zusammenarbeit angesichts der drängenden Probleme der Menschheit. Der Bischof von Rieti, Domenico Pompili, deutete dieser Tage an, die Enzyklika werde in diese Richtung zielen.

Sowohl für Sozialethik als auch für interreligiöse Kooperation gibt es Behörden im Vatikan. Im ersten, dem von Kardinal Peter Turkson geleiteten Dikasterium für ganzheitliche Entwicklung, befasst sich seit Mitte April eine Kommission mit den „sozioökonomischen und kulturellen Herausforderungen“ der Corona-Krise.

Kurienbehörden offiziell nicht involviert – schreibt Franziskus selbst?

Die andere Behörde, der Päpstliche Rat für interreligiösen Dialog unter Leitung von Kardinal Miguel Angel Ayuso, gab just am Donnerstag mit dem Weltkirchenrat in Genf ein 24 Seien umfassendes Papier zum gemeinsamen Einsatz der Religionen in der Pandemie heraus.

Dem Vernehmen nach war keine Kurienbehörde offiziell mit Entwürfen einer Enzyklika betraut. Franziskus kann aber aus einem vorhandenen Materialfundus schöpfen; im Zweifelsfall verfügt er über persönlich ausgewählte Zuarbeiter. Er weiß auch – wie vor ihm Benedikt XVI. –, dass von eigener Hand verfasste Dokumente ihre größte Kraft entfalten.

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