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CDU-Abgeordneter beginnt nach Nebentätigkeits-Affäre im Berliner Diözesanrat

Philipp Amthor: Mein Glaube ist kein Mittel zur Imagepflege

  • Der CDU-Politiker Philipp Amthor wurde schon kurz nach seiner Taufe in den Diözesanrat im Erzbistum Berlin gewählt.
  • Wenig später geriet er wegen Nebentätigkeiten für das Start-up "Augustus Intelligence" auch innerparteilich unter Druck und zog seine Kandidatur als CDU-Landesvorsitzender in Mecklenburg-Vorpommern zurück.
  • Zum Start des Diözesanrats äußert sich der konservative Politiker im Interview zu innerkirchlichen Vorwürfen, aber auch zu Schuld, Zölibat und Frauenweihe.
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Vier Monate nach seiner umstrittenen Wahl in den Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin wird der CDU-Politiker Philipp Amthor an diesem Samstag in Berlin offiziell in die Laienvertretung aufgenommen. Die Aufnahme erfolgt bei der konstituierenden Vollversammlung für die neue Amtsperiode der rund 80 Ratsmitglieder, die rund 400.000 Katholiken in Berlin, Brandenburg und Vorpommern vertreten.

Ein Gremium des Katholikenrats hatte den 27-Jährigen im Mai, bevor die Vorwürfe einer unzulässigen Lobbyarbeit als Bundesabgeordneter bekannt wurden, als eine von zwölf Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft für die Amtszeit von 2020 bis 2023 hinzugewählt.

Amthor: Wichtigere Themen im Diözesanrat

In einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem Portal „katholisch.de“ sagte Amthor, er verstehe die Aufnahme in den Katholikenrat als „Zeichen der Wertschätzung“. Auf die Frage, wie er mit möglichen Kritikern auch in den Reihen der Diözesanratsmitglieder umgehen und ob er bei der konstituierenden Sitzung eine Erklärung in eigener Sache abgeben wolle, sagte Amthor: „Der Diözesanrat hat ganz sicher wichtigere Themen zu behandeln.“ Er räumte ein: Nicht alles, was rechtlich möglich ist, sei auch politisch klug. Die aufgeworfene Kritik nehme er an. "Ich habe deswegen meine Nebentätigkeit beendet", sagte Amthor.

Er wolle dort seine persönliche Perspektive als „Diaspora-Katholik“ und als im Erwachsenenalter getaufter Christ einbringen, so Amthor. Dabei wolle er „keine Parteipolitik machen“, sondern die Interessen der Katholiken des Erzbistums „konstruktiv und glaubhaft“ unterstützen.

Zu dem Vorwurf, er sei nur ein halbes Jahr nach seiner Taufe in das höchste Laiengremium berufen worden, sagte Amthor, seine Taufe sei „kein Schnellschuss, sondern das Resultat eines längeren und bewussten Weges“ gewesen, auf dem er sich intensiv mit seinem Glauben auseinandergesetzt habe. Er verstehe seinen Glauben nicht als „Mittel zur Imagepflege“.

Skeptisch bei Aufhebung des Zölibats und Frauenweihe

Amthor äußerte sich auch zu umstrittenen gesellschaftlichen und kirchlichen Fragen. Zum Thema Abtreibung sagte er, für ihn stehe der gesellschaftliche Konsens im Vordergrund. Er sei froh, das es in Deutschland einen solchen gesetzlichen Kompromiss gebe. „Dieses Paket sollte man nicht aufschnüren“, betonte der Abgeordnete.

Mit Blick auf den Priestermangel äußerte er sich skeptisch, „dass wir dieses Problem durch eine Abschaffung des Zölibats lösen könnten“. Zur Frage einer Zulassung von Frauen zum Priesteramt plädierte er dafür, die Kirche als Ganzes und nicht nur die Weiheämter zu betrachten. Auch in der katholischen Kirche gebe es bereits Frauen in Führungspositionen. Gerade Katholiken dürften in solchen Fragen „die Perspektive der Weltkirche nicht vernachlässigen“.

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