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Religionspädagoge über „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ und Co.

Was einen guten Weihnachtsfilm ausmacht

Ein erfolgreicher Film muss nicht unbedingt gut sein. Der künstlerische Leiter des Kirchlichen Filmfestivals Recklinghausen, Michael Kleinschmidt, beschreibt, was für ihn einen guten Weihnachtsfilm ausmacht.

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Filme sollen unterhalten und bestärken, im besten Fall zum Nachdenken anregen: „Ein guter Weihnachtsfilm ist einer, der die Weihnachtsbotschaft in eine moderne, spannende Form übersetzt“, sagt Michael Kleinschmidt, Religionspädagoge und künstlerischer Leiter des Kirchlichen Filmfestivals Recklinghausen. Auch gegen klassisches TV-Schauen oder Ins-Kino-Gehen als „Family Entertainment“ sei nichts einzuwenden. Für ihn haben Weihnachtsfilme allerdings noch eine andere Tiefe. Ein Werk, das er sehr schätze, sei der Zeichentrickfilm „Tokyo Godfathers“, ein japanischer Anime-Film aus dem Jahr 2003.

Michael Kleinschmidt, künstlerischer Leiter des kirchlichen Filmfestivals Recklinghausen. | Foto: Francisco-Varone
Michael Kleinschmidt, künstlerischer Leiter des kirchlichen Filmfestivals Recklinghausen. | Foto: Francisco Varone 

Darin bekommen die Heiligen Drei Könige ein ganz anderes Image verpasst. Ein Alkoholiker, eine ehemalige Drag Queen und eine jugendliche Ausreißerin leben auf der Straße in der Großstadt Tokio. An Heiligabend finden sie auf einer dieser Streifzüge hinter Müllsäcken ein ausgesetztes Mädchen im Säuglingsalter. Sie machen sich auf die Suche nach den Eltern, in deren Verlauf sie immer wieder mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert werden. „Das ist wirklich mal ein ganz anderer Weihnachtsfilm, der die Weihnachtsbotschaft packen und bewegend rüberbringt“, so Kleinschmidt.

„Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ überzeugt mit Liebe

Er plädiert allerdings dafür, mit kleinen Kindern eher ins Kino zu gehen, statt Weihnachtsfilme nur im TV zu schauen. Gerade in der dunklen Jahreszeit ist das Kino immer noch ein ganz besonderer Ort. „Einmal im Jahr nach Weihnachten ins Kino, das kann ein ganz besonderes Erlebnis sein.“ Deutsche seien allerdings ausgesprochene Kino-Muffel. Von 2014 bis 2017 gingen gerade mal fünf Millionen Menschen einmal im Monat ins Kino. Nur 1,2 Millionen gehen laut der Erhebungswebsite „Statista“ mehrmals ins Kino. Gute Filme für Kinder werden regelmäßig auf der Internetseite des Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrums veröffentlicht.  

Drei Nüsse für Aschenbrödel
„Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“
: ab vier Jahren (DVD, u.a. auf www.spondo.de ):Der Film gehört fest zur Weihnachten dazu. Viele Eltern kennen ihn noch aus ihrer eigenen Kindheit. Das Aschenbrödel lebt bei der bösen Stiefmutter und muss den ganzen Tag schuften. Doch drei Haselnüsse helfen ihr dabei, ihren Traum wahr werden zu lassen. |  Melanie Ploch | Foto: pd

Wie erklärt er sich den jahrelangen Kult um einen Film wie das tschechisch-deutsch produzierte Märchen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“? „Die TV-Sender wissen natürlich, dass sie damit Einschaltquoten generieren.“ Solche Filme halten sich, weil sie wiederkehrende Kindheitserinnerungen bei den Zuschauern weckten. Außerdem sei das starke Thema die Liebe,  die Grenzen und Schranken überwindet, zeitlos schön. 

Termin für das Filmfestival steht schon fest

Übrigens: Wer eine Auswahl guter Filme sehen, und auch noch die dazu gehörenden Schauspieler und Regisseure treffen möchte, kann das auf dem kirchlichen Filmfestival in Recklinghausen tun. Es feiert vom 20. bis 24. März 2019 sein 20. Jubiläum.

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