___STEADY_PAYWALL___

Generaloberin war mit Altkanzler befreundet

Weggefährtin Kohls: Er litt unter dem Streit mit den Söhnen

Helmut Kohl hat nach Angaben von Generaloberin Basina Kloos unter dem Streit mit seinen Söhnen Walter und Peter gelitten. Das berichtet die Weggefährtin des Altkanzlers.

 

Anzeige

Die Auseinandersetzung mit seinen Söhnen Walter und Peter haben dem verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl laut dessen langjähriger Weggefährtin Schwester Basina Kloos (77) zu schaffen gemacht. „Es gab auf beiden Seiten Kränkungen in der Familie. Er hat darunter gelitten“, sagte die Ordensfrau der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „Zur Versöhnung gehört viel Kraft. Nach seiner letzten schweren Erkrankung war es ein mühsamer Lebensweg. Da hat ihm womöglich diese Kraft gefehlt“, vermutet die langjährige Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen, die mit Kohl seit 2001 eng befreundet war.

„Ich habe ihn nicht als einen unversöhnlichen Menschen erlebt und bin überzeugt, dass er das Gespräch gesucht hätte, wenn es ihm möglich gewesen wäre. Es gibt auch eine Versöhnung vor Gott und im Herzen“, so die Nonne. Sie würdigte die Fürsorge von Kohls zweiter Ehefrau Maike Kohl-Richter; ohne ihre Unterstützung hätte der Altkanzler „vermutlich nicht so lange durchhalten können“.

Schwester Basina: Er war ein überzeugter Katholik

Schwester Basina war seit 2001 mit Kohl befreundet. „Es war eine von gegenseitiger Wertschätzung getragene Freundschaft“, erinnerte sie sich: „Als Ordensfrau war ich für den im katholischen Glauben verwurzelten Altkanzler eine Gesprächspartnerin, mit der er über Gott, die Kirche und ihre Repräsentanten sprechen konnte. Er war überzeugter Katholik, auch wenn er nicht mit allen römischen Entscheidungen einverstanden war.“

Zwar sei Kohl ein politisches Alphatier gewesen, der mit starkem Gestaltungswillen alles habe durchsetzen können. In persönlichen Gesprächen habe sie eine andere Seite erlebt: „Er war zugewandt und konnte zuhören. Wir haben kontrovers diskutiert über seinen Stil im Umgang mit den Medien und starken Frauen.“ Als Kohls Vermächtnis blieben „seine ständigen Bemühungen um den Frieden in der Welt“, seine Zuwendung zu den kleineren Nationen sowie „sein Mut als Bundeskanzler, auch in einer säkular geprägten Gesellschaft den Glauben kundzutun ohne Angst, damit aus der Zeit zu fallen“.

Aus seiner ersten Ehe mit der 2001 verstorbenen Hannelore hatte er die beiden Söhne Walter und Peter. In den letzten Lebensjahren Kohls kam es zu einem Zerwürfnis mit den Kindern.

Drucken
Anzeige