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Praktika beim Rettungsdienst und der Polizei Voraussetzung für das Ehrenamt

Notfallseelsorger im Kreis Coesfeld bekommen Verstärkung

Kerstin Fröhlich (48) und Angelika Liebsch (61) aus Lüdinghausen haben sich gründlich auf ihr neues Ehrenamt als Notfallseelsorgerinnen vorbereitet. Praktika beim Rettungsdienst und der Polizei Voraussetzung für das Ehrenamt.

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Kerstin Fröhlich (48) und Angelika Liebsch (61) aus Lüdinghausen haben sich gründlich auf ihr neues Ehrenamt als Notfallseelsorgerinnen vorbereitet. 70 Unterrichtsstunden liegen hinter ihnen, Praktika beim Rettungsdienst und der Polizei haben sie absolviert. Auch die Realität haben die beiden Frauen an der Seite ihrer Kolleginnen und Kollegen bei Einsätzen kennengelernt.

„Ich habe ein Ehrenamt gesucht, das mich ausfüllt. Nun habe ich die Zeit, mich zu engagieren, denn die Kinder sind aus dem Gröbsten raus“, berichtet Fröhlich, die sich schon immer für die Notfallseelsorge interessiert hat. Liebsch, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich unter anderem in der Flüchtlingshilfe eingesetzt hat, war auf der Suche nach einem neuen Schwerpunkt. „Da konnte ich mir die Notfallseelsorge gut vorstellen. Wir bauen keine längerfristigen Beziehungen auf wie beispielsweise in der Hospizarbeit, sondern unsere Begegnungen sind kurz und intensiv. Außerdem hat mich die Ausbildung sehr angesprochen“, sagt die Psychiatriefachschwester.

Demut oft eine wichtige Haltung im Kontakt mit Betroffenen

In einem Wortgottesdienst in der St.-Felizitas-Kirche in Lüdinghausen erhielten die beiden Frauen am Freitagabend ihre Beauftragung aus den Händen von Pastoralreferent Andreas Naumann-Hinz und Pfarrerin Alexandra Hippchen. Das teilte die Bischöfliche Pressestelle Münster am Samstag mit. „Ab heute sind sie Vollmitglieder in unserem Team. Gute Leute können wir immer gebrauchen, und wir finden sie auch“, freute sich Hippchen. In ihrer Predigt über die Begegnung des blinden Bettlers mit Jesus in Jericho schlug sie den Bogen zur Notfallseelsorge. „Jesus fragt den Blinden: ‚Was willst du, das ich dir tue?‘ Das ist auch für unseren Dienst eine gute Frage. Wir müssen warten bis die Belasteten es uns verraten. Manchmal sagen sie es uns auch nicht“, hielt sie fest. Das müssten die Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger akzeptieren. Demut sei in dieser Situation ein wichtiges Wort. Denn die Betroffenen stünden unvorbereitet vor den Ruinen ihres Lebens. „Was sie damit machen, ist ihre Entscheidung. Das ist nicht einfach. Es ist eine schöne, aber keine leichte Aufgabe“, betonte die Koordinatorin.

Gottesdienst mit zahlreichen Notfallseelsorgern

Auch Naumann-Hinz dankte Fröhlich und Liebsch für die Bereitschaft, im Einsatz bei den Menschen zu bleiben, die Katastrophen mit ihnen auszuhalten. „Ihr seid nicht allein. Ein ganzes Team steht hinter euch. Auch Gott geht diese Wege mit zu denen, die in Not sind. Und in ihnen begegnet er uns auch“, sagte der Pastoralreferent.

Zum Abschluss des Gottesdienstes, an dem zahlreiche Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger aus dem Kreis Coesfeld teilnahmen, überreichten Hippchen und Naumann-Hinz den beiden Frauen die Beauftragungsurkunden und segneten sie. Insgesamt engagieren sich in der Notfallseelsorge im Kreis Coesfeld nun 35 ehrenamtlich Aktive. Hinzu kommen Hippchen und Naumann-Hinz, die das Angebot für die evangelische und die katholische Kirche koordinieren und selbst auch als Notfallseelsorgende im Einsatz sind.

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